Bin ich schwul, mach ich Französisch?

Liebe Leser,

bald steht sie wieder an, die Wahl der zweiten Fremdsprache. Da rollt dann das Frankreich-Mobil vor und eine sexy kleine Französin mit süßem Akzent begeistert in 45 Minuten und mit einer Tüte Kaubonbons die Unterstufenschüler, die eben noch durch den kämpferisch mitreißenden Vortrag des Lateinlehrers felsenfest überzeugt waren, Latein zu wählen. Da ich bei beiden Veranstaltungen als Aufsicht dabei bin, stelle ich fest: Latein hat was mit Kämpfen zu tun, die Jungs sind begeistert, Französisch ist lustig, süß und sehr feminin. So fällt auch jedes Jahr unsere Wahl aus.

Die Jungen und die zwei nicht sprachbegabten Mädchen wählen Latein. Und die Mädchen und ein, höchstens zwei sprachbegabte Jungen wählen Französisch. Es gibt vielleicht ein paar Kinder, die schwanken. Aber man geht dann doch zur Mehrheit. Was will man als Mädchen in der Jungsklasse? Und als Junge in Französisch… Gott, da wird man möglicherweise für schwul gehalten!

Ein bisschen leid tun mir die Lateinkollegen. Bei ihnen sammeln sich die Jungen – in der Pubertät eindeutig die schwierigere Klientel – und die, die schon in Englisch Schwierigkeiten haben, was es nicht leichter macht. Latein muss man wenigstens nicht sprechen. Französisch gilt als das Zünglein an der Waage bei versetzungsgefährdeten Schülern. Wo man in Latein noch eine Vier schaffen kann mit Fleiß und In-den-Hintern-treten, ist die Fünf in Französisch schneller da. So sind die Elterngedanken. Latein heißt Lernen. Französisch heißt Können.

Warum kommt eigentlich nicht das Rom-Mobil mit einer total schicken Italienerin, die auf Latein etwas über die sonnenwarmen italienischen Städte erzählt? Würde die Wahl dann anders ausfallen? Vielleicht ein paar mehr Mädchen in Latein? Und wie kriegen wir die Jungs in Französisch? Mit französischem Fußball? Mit einem absolut coolen, muskelbepackten Franzosen, der etwas über schnelle Autos auf südfranzösischen Küstenstraßen erzählt – mit bisschen action? Der Transporter?

Lucy sieht das ganz pragmatisch. Eigentlich gefällt ihr beides, aber da sie eine Wahl treffen muss, sagt sie: „Ich mache Französisch, so wie in der Schule lerne ich das nie wieder und Französisch brauche ich, ich will doch mal nach Paris.“ Nach Frankreich ist es von uns ja nicht weit und Lucy mag die Musik von Zaz. Das sind so Beweggründe von Zehnjährigen. Latein interessiert sie auch, aber Französisch dann doch mehr. Das kann man so schön aussprechen…

Viele Grüße aus der Provinz von eurer Frau Henner

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34 Kommentare zu „Bin ich schwul, mach ich Französisch?“

  1. Bei der Überschrift musste ich schmunzeln, weil ich es gerade neulich mit Pi-Er darüber hatte, dass bei uns die sehr seltenen männlichen Französischlehrer tatsächlich meist schwul waren. Aber nein, nicht die Kinder, die Französisch lern(t)en! Es ging nur darum, dass Französisch-Lehramt meist eine totale Frauendomäne ist.

    Ja, hm, interessant, dass das bei euch so nach Geschlechtern getrennt ist. Ganz so stark war es bei uns nicht – ich habe selbst Latein gelernt -, aber ja, in Französisch waren vielleicht schon mehr Mädchen. Allgemein gab es aber immer zwei Französischklassen und nur eine für Latein, da hat es einfach mehr Schüler hinverschlagen, moderne Sprache und so.
    Ich für meinen Teil hatte damals riesige Entscheidungsschwierigkeiten. Ich wollte unbedingt beides lernen, musste mich ja aber entscheiden und damals hieß es noch, ich könnte Französisch dann als 3. FS nachholen. Stelle sich als Trugschluss heraus, weil dafür mindestens 11 andere Recken aus meiner Stufe Franz 3. FS hätten wählen müssen, was quasi nie passiert, und so lernte ich Italienisch (wovon nichts mehr übrig ist) und das bisschen Französisch, das ich kann *hust*, mehr oder weniger autodidaktisch oder durch die Familie. Latein hat bei uns damals aber noch mehr gezogen, weil es da noch das „braucht man für viele Studiengänge, das Latinum“-Argument zog. Mittlerweile hat sich das ja weitestgehend erledigt.

    Lucys Argument finde ich sehr vernünftig. 🙂

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    1. Schön wäre es wirklich, wenn dann Latein als dritte Fremdsprache möglich wäre, aber das ist es leider nicht. Bei uns nicht muss man dann nicht Italienisch, sondern Spanisch machen. Latein müsste sie also an der Uni nachholen. Das macht sie dann, wenn sie es braucht. Muss sie ja dann. Sich dann in einen Französisch-Kurs reinsetzen – so ganz freiwillig, wer macht das schon.

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      1. Bei uns wäre damals auch Latein als 3. FS gegangen, aber nur in Kooperation mit einem anderen Gymnasium und das ist ziemlich doof. Außerdem finde ich es schon hart genug, dann in 2 Jahren das Latein von 4 aufzuholen, denn ab der Oberstufe waren dann 2.+3. FS gemeinsam in einem Kurs, um das Latinum letztlich zu erhalten. An der Uni ist es dann noch mal härter, klar, aber wie gesagt – für die wenigsten Studiengänge braucht man das Latinum heute noch.
        @Französisch-Kurs: Ich, apparently. 😉 Wenn auch im Ausland. :mrgreen:

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  2. Lucy hat sowas von recht! Paris, das ist die Stadt der Lichter, der Liebe, und des französischen Essens! 🙂

    Ich erinneremich noch gut daran, dass wir von 5 Klassen eine Lateinklasse und eben 4 Französischklassen bekammen, recht gut durchmischt in Französisch, wobei nur eine Handvoll Jungs Latein wählten. In der Oberstufe dann waren in meinem Franzkurs neben mir noch zwei weitere Jungs, und ich zähle natürlich nicht so wirklich, als Muttersprachler. 😳
    Während meines Praxissemesters stellte ich erstaunt fest, dass kein einziger Oberstufenkurs Französisch zustande gekommen wa! 😯
    Verstehen kann ich das auch nicht, es ist doch so eine schöne Sprache! Sieht aber unter den Schülern kaum jemand. Schade eigentlich.

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  3. Zu meiner Zeit (ich bin 31, also noch nicht jenseits von Gut und Böse) konnte man an meiner Schule Latein UND Französisch lernen, wenn man die alte Sprache in der 7., die moderne in der 9. Klasse angefangen hatte. Bei mir ist beides auf fruchtbaren Boden gefallen, inzwischen unterrichte ich beide Fächer, als nicht-schwuler Französischlehrer, so was soll’s geben. 🙂
    Allerdings finde ich es total schade, dass es kaum mehr Schulen gibt, wo man diese Sprachkarriere noch machen könnte. Alle sind auf den „Wir-sind-so-modern-und-wollen-plötzlich-alle-Spanisch-lernen“-Zug aufgesprungen und bieten als 3. Fremdsprache nur noch die Konkurrenz an… 😦

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    1. Es ist komplizierter. Ich habe mal unsere Lateinkollegen gefragt, warum sie Latein nicht als dritte Fremdsprache anbieten. Viele Schüler sind gar nicht scharf auf Spanisch, aber sie dürfen nicht Latein als dritte Fremdsprache wählen. Wird auch nicht als AG angeboten: Wäre doch toll auch für die Naturwissenschaftler, man macht Latein ein paar Jahre als AG, wenn man engagiert ist, und kann sich dann in der Oberstufe zur Externenprüfung anmelden.
      Mein Gott, war ich naiv – dem Blick des Lateinkollegen nach zu urteilen. Er meint, sobald wir es als dritte Fremdsprache anbieten oder gar als AG, belegt es niemand mehr freiwillig vorher, das sei der Tod des Lateins.
      Da bin ich dann mit meinem Latein am Ende.

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    2. Das ist ja cool! Mein ganzer Neid sei Ihnen hiermit ausgesprochen. Ich hätte so gern beides gelernt. Aber Französisch hole ich ja jetzt ein bisschen nach. 😉

      Und klar, Ausnahmen bestätigen die Regel. 😛 Nä, keine Ahnung, bei uns waren es wirklich nur Frauen oder schwule Französischlehrer, die Schwester hat aus dem Ref Ähnliches berichtet, aber klar soll es auch nicht-schwule Franzlehrer geben. 😛

      Spanisch ist irgendwie überall total in, wir waren damals die Ausnahme mit Italienisch. 😉 Trotzdem war das bei uns auch so, Französisch und Latein wurden eigentlich nur pro forma angeboten, so nach dem Motto „rein theoretisch ist das als 3. FS möglich“, tatsächlich kamen die Kurse aber nie zustande.

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  4. Als angehende Lateinlehrerin muss ich gestehen, mir sind die Jungs zum Unterrichten eigentlich die liebere Klientel, weil ihnen häufig nicht dieser will to please anerzogen wurde, wie den Mädels, die dann alles strikt nach Anweisung machen und die Überschrift bunt unterstreichen. Das macht es zwar manchmal in der Lehrbuchphase nicht ganz so einfach, aber die gewagteren Diskussionsbeiträge kommen einfach von den Jungs.
    Allerdings gibt es auch genug Kolleginnen, die das so gar nicht schätzen 😀
    Mir wäre allerdings lieber, wenn die Werbung für die Fächer nicht so derartig gender-bezogen wäre, wie bei dir dargestellt.
    Schade ist allerdings, dass man die Fächer immer in Konkurrenz antreten lassen muss, weil jedes der Fächer seine ganz eigene spezielle Berechtigung hat. Ich habe Französisch erst auf der Uni gelernt, da war auch kein Vergang dran.
    Ich würde meinem Kind allerdings zu Latein raten, außer es sprechen pragmatische Gründe dagegen, weil Latein auf der Uni nachzuholen erheblich schwieriger ist, wie ich hier tagtäglich miterlebe.

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    1. „Ich würde meinem Kind allerdings zu Latein raten, außer es sprechen pragmatische Gründe dagegen, weil Latein auf der Uni nachzuholen erheblich schwieriger ist, wie ich hier tagtäglich miterlebe.“
      Genau das war ja der Grund, das Zünglein an der Waage, der mich letztlich dazu bewegt hatte, Latein zu wählen. Allerdings muss man das Latinum mittlerweile ja für so wenig Fächer nachholen, dass dieses Argument auch langsam verschwindet. Bei uns brauchen nicht einmal mehr die Romanisten das Latinum, da reicht so ein kleiner Lateinkurs. Bei uns ist es wirklich nur noch Geschichte, Philosophie und (kath.) Religion.

      Ich bin aber auch, wie oben angeklungen, absolut dafür, dass man beides lernen können sollte, wenn man möchte. Dieses strikte Entweder-Oder finde ich wirklich blöd, ist aber logistisch vielleicht kaum zu vermeiden.

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      1. Wir haben über die Vor- und Nachteile beider Sprachen gesprochen, aber Lucy darf das selbst entscheiden. Sie muss bald die Vokalbeln pauken und sie ist für ihr Alter durchaus reif und entscheidungsfähig, was das anbelangt. Lucy liegen Sprachen, Latein ist immer eine gute Grundlage, aber Lucy will sprechen, Lieder in fremden Sprachen singen, sie will eine Sprache leben können. Also rate ich ihr nicht von Französisch ab. Spanisch als dritte Fremdsprache hingegen ist mir ziemlich wurscht, was aber daran liegt, dass ich es selbst nicht spreche und auch nicht den Zugang zu dem Land habe. Aber ich bin ja nicht Lucy.
        Ich musste übrigens mit Germanistik noch das Latinum vorweisen. Bei uns mussten das alle Sprachlehrer und Geisteswissenschaftler Latein machen – den Mediziniern hingegen reichte ein Lateinkurs für Mediziner. Das war der Witz – denn Medizin galt früher immer als das Argument für Latein! Aber Latein nur weil ich es fürs Studium brauche, ist ein schlechte Motivation, wenn man die lange Phase der Pubertät überbrücken muss. Wenn ein Kind intrinsisch motiviert ist, im besten Fall, ist es besser. Meine Sechserjungen zum Beispiel gehen in Latein, weil sie das Mittelalterfieber gepackt hat und sie alte Inschriften entziffern können wollen. Die lernen dann ganz anders die Lateinvokabeln.

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        1. Das stimmt natürlich @intrinsische Motivation, aber die haben eben nicht alle Kinder.

          Und ja, als ich damals die Wahl zur 2. FS getroffen habe, hat man das Latinum auch noch für die ganzen Geisteswissenschaften gebraucht, meine ich. Das war damals jedenfalls ein großes Argument. Für Germanistik auf jeden Fall, aber ich glaube, selbst für Anglistik war das damals noch aktuell. Als ich dann mit dem Abi fertig war, war die Latinumspflicht für meine Fächer gefallen. Aber dass die mittlerweile (zumindest an meiner Uni) nicht ein mal mehr für die Romanistik besteht, finde ich schon heftig.

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    2. Mir haben meine Französischkenntnisse beim Erlernen von Latein sehr geholfen. Umgedreht ist es wahrscheinlich auch so. Ich musste in drei Semestern das Latinum nachholen und das war hart, aber machbar. Wir waren motiviert, hatten eine nette Lehrerin und der Druck, es bestehen zu müssen tat sein Übriges. Wir waren eine kleine Lerngruppe und haben uns gegenseitig hochgepuscht. An der Schule hätte ich niemald so intensiv gelernt. Das Latinum selbst fand ich dann gar nicht mehr so schlimm. Für einige war aber mit dem Nichtbestehen dann das gewählte Studium zuende, das fand ich unglaublich.

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    3. Übrigens musste ich auch wirklich lächeln, als ich diese Protofranzösin sah: französischer ging es gar nicht! Aber das war keine Absicht. Es passte nur so gut in die sich bei uns über Jahre entwickelte Tendenz.

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  5. Bis auf die Tatsache, dass es für uns eigentlich gar keine so wirklichen Vorträge zur Entscheidung gab, spiegelt das auch unsere Klasse wieder.
    Wir haben uns einfach so für eine 2. Fremdsprache entscheiden müssen, bzw. habe ich nicht in Erinnerung, dass es so einen großen Aufwand deshalb gab. Die Klassen wurden schon bei Eintritt in die 5. Klasse nach den späteren Fremdsprachen gebildet und so kam es zu 3 Französisch-Klassen, einer Latein-Klasse und einer Musikklasse (in welcher auch ich mich befinde), die gemischt ist.
    Alle Jungen aus unserer Klasse (Es waren die Zeit über nie mehr als 7) haben alle Latein gewählt. Unser Französischkurs bestand also nur aus Mädchen 🙂
    Und ja, wenn ich so überlege… Wir haben auch nur Französischlehrerinnen und einen einzigen Französischlehrer. Der angeblich schwul sein soll 😉 Manche behaupten aber auch, er hätte Frau und Kind. Das Mysterium der schwulen Französichleher… Warum ist das so?

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    1. Die Sprache klingt – gut ausgesprochen – sehr weich. Wenn man dann aber Alltagsfranzösisch hört….
      Wir haben auch nur Französisch-Lehrerinnen, vielleicht ist das gerade auch ein Grund, der die Wahl unbewusst beeinflusst, denn Latein unterrichten Männer.

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  6. Dringender als alles andere brauchen wir wohl diesen neuen bildungsplan, damit es keine“sorgen“ mehr verursacht, dass man schwul /lesbisch sein könnte. Vllt könnten dann auch endlich homosexuelle kuk „aus dem Schrank kommen“ und die Rätselrater ihren Geist ruhen lassen

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  7. „Was vllt heißen soll, weiß ich mittlerweile, aber was sind kuk?“

    Ich vermute Kollegen und Kolleginnen
    Da kann mein Junior ja glücklich sein mit seinem männlichen Französischlehrer. Werde nach dem Elternsprechtag mal berichten, ob ich den Verdacht habe, dass er schwul ist ,-)
    Entscheidung für die zweite Fremdsprache ist bei uns schon gefallen, Er muss in der Sechs Englisch nehmen, da er mit Franz gestartet ist.

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    1. Hm, das ist auch so eine komische Sache (sorry, nicht böse gemeint!), mit Franz anzufangen. Bei uns gab es auch zwei Schulen, die das angeboten haben, damals dann sogar 2. Fremdprache (also dann Englisch) erst ab der siebten Klasse, das fand ich heftig. Rein aus Neugierde und ohne es zu verurteilen, übrigens auch ohne was gegen Französisch zu haben: Was bewegt denn dazu, Franz Englisch als 1. FS vorzuziehen? Das ist etwas, das ich einfach nicht wirklich nachvollziehen kann (gut, mittlerweile ist der Unterschied vielleicht nicht mehr so groß wie bei uns damals, weil die 2. FS ab der 6. und nicht mehr ab der 7. Klasse startet), weil ich Englisch eben schon vorrangig als wichtigste (Fremd-)Sprache erachte: Lingua franca, Sprache der Wissenschaft und so weiter.

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      1. Je näher man an die französische Grenze kommt, desto wichtiger wird diese Sprache. Was ich problematischer finde, sind die Schwierigkeiten, die Kinder haben, die aus der Rheinschiene woanders hinziehen und dann den Anschluss an die Fremdsprachen nicht mehr haben. Aber auf der anderen Seite: wenn ein Kind aus Bayern mit Latein als erster Fremdsprache zu uns zöge, hätte es auch ein Riesenproblem – zumindest was Englisch anbelangt.

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        1. Mein Heimatort ist gar nicht weit von der frz. Grenze (mein Schülerticket galt sogar bis nach Frankreich!), trotzdem gab es bei uns wie gesagt nur zwei Schulen, die das angeboten haben, und ich habe es trotzdem nicht verstanden. 😉 Es gab auch ein traditionelleres Gymnasium, bei dem Latein als 1. FS möglich war, genau. Dafür muss man also auch nicht erst nach Bayern :mrgreen: Trotzdem bleibe ich dabei, dass Englisch als Lingua franca die wichtigste Fremdsprache ist, und das sage ich nicht nur, weil es mein Fach ist 🙂
          Wobei ich schon vermuten würde, dass das heute gar nicht mehr so problematisch ist, da die 2. FS ja wie gesagt ab der 6. Klasse beginnt. Ein Jahr, das lässt sich noch eher aufholen als zwei, die es bei uns damals waren bzw. gewesen wären. Die Beweggründe fände ich trotzdem interessant 🙂 , aber vielleicht schaut Bergziege hier in den Beitrag gar nicht mehr rein 😦

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  8. Huch, dann sind wir wohl eine atypische Schule …. Hier ist die Latein-Französisch-Wahl kaum geschlechtstypisch. Erst in der Oberstufe, bei den 4stündigen Kursen: die sind in Frz. fast rein weiblich, in Latein immer noch gemischt besucht. Bei den Lehrern auch anders als hier überall beschrieben: drei männliche Französisch-Lehrer (alles Mehrfachväter;-)), nur ein Lateiner.
    Und die Wahl der Schüler? Hier gilt Latein als das Schwierigere, also wählen es die leistungsstärkeren Schüler. Auch die sprachbegabten Mädchen, denn die können dann in der 9. noch Frz. als 3. FS wählen. Während man bei Frz. in der 9. Klasse auf NWT festgelegt ist.
    Vielleicht sind wir hier ja die Hochburg der Altsprachenkultur;-) Vielleicht liegt’s an der Nähe zu einer alten Uni? Jedenfalls ist es eine Mär, dass Latein schwieriger sei: die Frz-Lehrer beklagen sich ebenso über Riesenprobleme und versuchen daher immer in die Richtung zu werben, dass auch Frz. schwierig sei, so dass bitte doch nicht alle leistungsschwachen zu ihnen kommen mögen.
    Woran liegt hier die Sprachenwahl? Ich glaube, viele Kinder machen es oft von den Freunden abhängig, in vielen Familien gibt es Geschwistertraditionen … na, und dann haben wir eben vier junge spritzige Lateinlehrerinnen, die mit der Gitarre in der Hand und dem römischen Theaterstück am Tag der offenen Tür noch jeden Unentschlossenen in ihre Sprache gelockt haben …

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    1. Ist witzig, bei uns gilt ja Französisch als das schwierigere, so sind die Gerüchte. Die Nähe zur Uni kann schon ein Grund sein. Die Eltern hier in der Provinz sehen das ganz pragmatisch, da gibt es keine Sprachkultur-Tradition.

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    2. Ach, die Mär mit dem „Latein ist schwieriger“, die nervt mich auch (bei uns gilt das nämlich auch als das schwierigere). Als meine Cousine (6. Klasse) letztes Jahr die zweite Fremdsprache gewählt hat, hat die Klassenlehrerin am Elternsprechtag allen Ernstes gesagt, dass – Obacht Zitat – „Latein für die intelligenteren Kinder“ sei. !!! Sowas geht ja mal gar nicht. So ein Quatsch.

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  9. Unserem Kind ist der GS alles zugeflogen. Da musste nix gelernt werden, auch nicht in Englisch. So ist schon ein guter Grundstock da. Wir wollten verhindern, dass er das erste halbe Jahr da sitzt und wieder nichts tun muss. Da war für uns klar, erste FS Französisch. Bei Null starten, Vokabeln lernen . Das Lernen lernen. In der Fünf noch eher zu erlernen, als noch ein Jahr später.
    Und ja, er hat sich seine gute Note in Franz „erarbeitet“. Hat gelernt , Vokabeln zu lernen. Was ihm immer noch leichter fällt, als anderen – denn meistens kann er sie, wenn er sie ins Heft gschrieben hat.
    Über die Wichtigkeit der FS lässt sich streiten….. Mit Luxemburg und Frankreich in der Nähe, braucht es als Arbeitnehmer Französisch eher als Englisch.

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    1. Schön, wenn ihr so positive Erfahrungen gemacht habt – das ist dann sicher für alle motivierend, auch wenn es vielleicht mal etwas mühsamer wird. Lucy mag Englisch sehr und muss sich die gute Note trotzdem erarbeiten, weil es unglaublich viele Vokabeln zu lernen gilt. Auch hier lernen die Kinder, wie wichtig die richtige Schreibung ist und das wird ja in Französisch noch einmal „härter“. Ein bisschen Bammel habe ich dann vor der doppelten Menge an Vokabeln, wenn die zweite Fremdsprache dazukommt. Bis jetzt ist das kein Problem, aber die doppelte Menge ist, glaube ich, nicht zu unterschätzen.

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    2. Ach, hier unten… :mrgreen:
      Ahhh, ich habe komplett ausgeblendet, dass Englisch mittlerweile schon in der Grundschule beginnt. Das war zu meiner Zeit noch anders, genau wie eben 2. FS ab Klasse 7 – da fiel die Wahl dann also doch noch mal eine ganze Ecke schwerer ins Gewicht als heutzutage.
      Ja, dann ergibt das natürlich Sinn, wenn es dem Kind ohnehin leicht fällt, macht es das Ganze ja noch mal einfacher – da wird es am Ende auch keinen Unterschied mehr machen, mit welcher Sprache man in 5 und mit welcher man in 6 beginnt.
      Ich komme wie gesagt auch aus der Nähe der frz. Grenze, aber bei uns spielt das trotzdem keine große Rolle auf dem Arbeitsmarkt, in erster Linie wird nach Englisch verlangt. Dass es ein Vorteil ist, Französisch zu können, würde ich niemals abstreiten, schließlich wollte ich das ja auch immer schon lernen (wie irgendwo ganz oben erwähnt). Mehrere Fremdsprachen sind immer ein Vorteil. 🙂

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  10. Interessant, die Verteilung der Geschlechter. Aber wenn man die Wahl dieser beiden Sprachen gegenüberstellt, ist sowas wohl zu erwarten. Als ich in der Neunten Französisch statt Altgriechisch nahm, war ich auch einer der wenigen Jungs. Bei Latein als dritter Fremdsprache würde ich jetzt nicht so argwöhnisch schauen wie die Herren Altphilologen bei dir an der Schule. Ich würde eher argumentieren, dass so eine Sprache innerhalb von drei Jahren schon ganz schön knackig ist. Zu mehr als der Schulgrammatik wird man in diesen Jahren wohl nicht kommen. Damit bringt man sich ums Lesen der ganzen Klassiker, die das Lernen ja erst reizvoll machen. So werden die wohl 3 Jahre lang nur durch Tabellen gepeitscht…

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  11. Mein Sohn konnte als dritte Fremdsprache nach Englisch/Latein leider auch kein Französisch wählen, weil keine 12 Personen zusammenkamen (im Gegenteil: nach einem Brief des schulleiters „Kann nicht für fortführung des Französisch-Zweigs garantieren – im Zweifel des Nichtversetzung muss das Kind die Schule verlassen“ sprangen Eltern ab. Und alle Nachbarschulen mit der Sprachwahl namen keine Schüler mehr auf). Nun gut, er wählt Italienisch und hatte sehr viele Mädchen in der Klasse. In dieser Phase der Pubertät ein absolutes „Plus“. Er lernte privat in einer Sprachenschule Französisch und belegte es dann (nach einer Prüfung durch die Schule) als Kernfach in der Oberstufe. Und auch hier waren die hübschen Mitschülerinnen für ihn ein Mehrwert. Er als Hahn im Korb. Und ganz sicher nicht schwul.
    Und ich finde die Vorstellung des Fachs Französisch auch gruselig. Und würde eher mal französische Jugendkultur einbringen wie https://www.youtube.com/watch?v=8VmuMN6Rsuk

    LG
    Coreli

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