Happy end?

Liebe Leser,

gestern lese ich in der Zeitung, dass Henri – der Junge mit Down-Syndrom, der letztes Jahr vom örtlichen Gymnasium abgelehnt worden war, damit für einen ziemlichen Presserummel gesorgt hat und dadurch zum Synonym der Inklusionsdebatte wurde – nun nach diesen Sommerferien an die örtliche Realschule gehen darf. Ich kenne die genauen Umstände nicht und werde mich hüten, diese zu kommentieren. Ich kommentiere nur den Zeitungsartikel dazu. Er war eher wie eine Meldung aufgebaut. Kein Aufreißer, keine neu angestoßene Debatte.

Deshalb lohnt es sich, genau zu lesen. Wir werden darüber informiert, dass Andreas Schoch der Realschule, die Henri letztes Jahr abgelehnt hatte, nun, da sie ihn aufnimmt, Sonderpädagogen zuteilt. Dort steht nicht „einen Sonderpädagogen“, sondern dort steht einfach nur „Sonderpädagogen“. Sind es gar mehrere? Ist das ein politischer Kuhhandel, um nicht wieder in die Presse zu kommen? Oder hat man tatsächlich einen für alle gangbaren Weg gefunden? Einen Weg, den auch andere Schulen beschreiten können? Ich bin ehrlich interessiert daran, was nun mit Henri passiert und wie er, seine Familie, die Schule und die betroffenen Lehrer und anderen Eltern dies erleben. Unvoreingenommen. Ich möchte es tatsächlich gerne wissen.

Henris Mutter sprach nun angesichts dieser Entscheidung von einem „Happy end“ für Henri. Möglich. Aber ich finde, es ist kein Ende, nein, es ist erst der Anfang. Alles weitere werden wir sehen – in den nächsten Jahren.

Viele Grüße aus der Provinz von eurer Frau Henner

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