Matheaufgabe

Liebe Leser,

Lucy hat heute die letzte Mathematikarbeit zurückbekommen. War nicht so toll. Aber Lucy macht keinen geknickten Eindruck. Das ist schon mal gut. Was nützt mir ein verzweifeltes Kind? Lucy kann schon recht gut externalisieren: „Mama, der Schnitt war seeeeeeeeeeeeehr schlecht!“ Sprich: die Arbeit war so schwierig und viele Kinder waren noch viel schlechter als ich. Lucy hat recht, die Arbeit war schwierig. Natürlich darf eine Mathearbeit anspruchsvoll sein – gerne, so weiß Lucy gleich, was auf sie zukommt, ich fände es nur gut, wenn eine Arbeit auch das abprüft, was behandelt worden ist. Das ist nicht bei allen Aufgaben der Fall. In der Stunde haben sie leichte Aufgaben gelöst, Lucy fühlte sich gut vorbereitet. In der Arbeit lag das Niveau deutlich höher. Und hier wird mir klar, dass Lucy dieses Niveau nicht erklimmen kann, weil sie noch nicht verstanden hat, worum es geht.

Sie kann die Aufgaben aus dem Unterricht lösen und ähnliche rechnen. Dabei verrechnet sie sich ab und zu – das kennen wir schon. Sie kann aber noch nicht den Aufgabentyp auf ein höheres mathematisches Problem übertragen. Dann rechnet sie nur irgend etwas. Ziemlichen Blödsinn, um genauer zu sein. Das sehe ich, wenn ich mir die Arbeit angucke.

Der Mathelehrer scheint nicht sehr versessen darauf, den langsameren Kindern noch einmal zu erklären, wie es geht. Ich habe schon mit ihm darüber gesprochen. Lucy ist jedoch in vielen Fächern in der Lage, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, dann braucht sie vielleicht in Mathe eine andere Herangehensweise? Ich glaube nicht, dass hier Hopfen und Malz verloren sind, aber ich befürchte, wenn sie jetzt nicht am Ball bleibt, verliert sie in der Mittelstufe den Anschluss und beginnt Mathe zu hassen. Dann setzt eine Negativspirale ein. Das will ich frühzeitig verhindern. Nur weiß ich nicht, wie sie am Ball bleiben könnte. Lucy hat wenig Hausaufgaben und die kann sie meist. Wenn ich vor einer Arbeit mit ihr übe, sehe ich als Nicht-Mathematiker nicht, wo es Probleme geben könnte, ich kann das erwartete Niveau nicht einschätzen.

Nun das ganze für Mathematiklehrer:

Gegeben ist ein Kind (wie hunderttausend andere), das intelligent ist, aber in Mathe Grundlegendes nicht in der erwarteten Geschwindigkeit versteht.

Gesucht ist ein Weg, damit in den nächsten Jahren umzugehen, ohne das Kind zu triezen, sich nur auf Mathe zu fixieren, aber dennoch das Kind zu fördern, damit es mitkommt.

Rechnung:

Lucy + Nachhilfe = ?

Nebenrechnung: Der Gedanke dahinter ist, dass Lucy vielleicht einfach eine andere Herangehensweise benötigt und meist ist jemand von außerhalb der Familie besser. Nachteilig ist aber das Image, denn Nachhilfe gilt als etwas für die Looser, die gepuscht werden sollen. Und beides trifft nicht zu.

Lucy + einfach Weiterlaufen lassen = ?

Nebenrechnung: Hier sehe ich das Problem, dass sich so die grundlegenden Unverständlichkeiten noch verhärten können. Sollte sie nicht jetzt verstehen, was sie tut, damit sie diese Basis bei schwierigeren Aufgaben hat?

Lucy + x = grundlegenden Verständnis

Ich kann diese Gleichung nicht lösen. Ich finde x nicht. Wie soll ich denn nach x auflösen? Gibt es jemanden, der mir bei der Lösung der Gleichung helfen kann?

Viele Grüße von eurer Frau Henner und vielen Dank für Rechnungen, Lösungsansätze oder Antwortsätze

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21 Kommentare zu “Matheaufgabe”

  1. Hallo Fau Henner,
    Spontan ist mir folgender Gedanke gekommen: Lucy braucht vielleicht einfach noch einmal eine (langsamere) Erklärung, um die Gedankenschritte hinter den Aufgaben zu verstehen. Bevor ihr „richtige“ Nachhilfe versucht, funktioniert folgender Ansatz für euch vielleicht. Gibt es in Ihrem oder Lucys Bekanntenkreis Freunde, die ihr ab und zu helfen können? Ich habe selber in Freistunden mit meinen Freunden über den neuen Stoff gesprochen, für sie hat sich das auch definitiv nicht wie Nachhilfe angefühlt. Ist für beide Seiten klasse, weil beide lernen und nicht besonders verbindlich, hat gerade für Lucy vermutlich keinen Nachhilfecharacter.
    Wenn Sie selbst mir ihr üben wollen bzw. ihr eine Möglichkeit zum Selbstlernen: Mein Mathelehrer hat für uns immer Kochrezepte entwickelt, auf denen für bestimmte Aufgabentypen die kommentierten Lösungsschritte beschrieben waren. Zum Vorstellen: sollten wir hochpunkte einer Funktion berechnen, stand da: 1. Bestimmen der 1. ableitung; 2. Notwendige bed f'(x)=0; 3. Hinreichende Bed. f'(x)= 0^f“(x)<0
    Vielleicht hat sie ja Spaß daran, selber so etwas zu versuchen? 🙂
    LG und viel Erfolg

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  2. Ich bin zwar kein Mathelehrer, aber kannst du nicht einen Mittelweg finden zwischen regelmäßiger Nachhilfe und Lucy einfach machen lassen?
    Dass ihr z.B. mit einem älteren Schüler/Nachbarskind vereinbart, dass sich Lucy an ihn wenden kann, wenn sie das Gefühl hat, dass sie etwas nicht verstanden hat, was ihr ihr Lehrer nicht noch einmal erklärt?
    Denn du schreibst ja, dass sie selbst eigentlich ganz gut einschätzen kann, ob sie etwas kann. Dann hätte sie nicht das Gefühl, dass sie die „Behandlung für Doofe“ erfährt, aber sie hat trotzdem die Sicherheit, dass sie sich an jemanden wenden könnte, wenn sie etwas nicht verstanden hat. Denn das Problem, was ich auch bei Nachhilfe sehe, ist die Tatsache, dass man z.B. auch selten hört, dass Schüler aus dieser „Nachhilfespirale“ wieder rauskommen, weil sie sich in eine Art „erlernte Unsicherheit“ begeben.
    Ein Modell, wo sich Lucy bei Bedarf unverbindlich Hilfe und evtl. sogar selbstständig holen könnte, halte ich da für das Mittel der Wahl, zumal da sie sonst keine schlechte Schülerin zu sein scheint.
    Und gerade bei Mädchen und Naturwissenschaften muss man aufpassen, das man ihnen ihr Selbstvertrauen nicht durch gut gemeinte Hilfestellungen nimmt.

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  3. Kann sich alles noch ändern, ich war bis in die Mittelstufe noch mies in Mathe, in der Oberstufe dann auf einmal ohne zu arbeiten eine gute zwei. Als ich dann während des Studiums mal zufällig meine alte Mathelehrerin traf, stutze sie kurz ob des Studienfaches und meinte dann, „Sie hatten ja zwischendurch schon immer so Geistesblitze“. Kann sich also alles noch ändern.

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  4. Wir haben uns bei unserem 6 Klässler jetzt für Nachhilfe entschieden. Alle 3 Zeugnisse bisher auf dem Gymnasium waren toll. Er arbeitet schon recht strukturiert und reflektiert seine Schwächen auch schon, aber in Mathe findet genau das von Dir beschriebene Szenario statt. Auch bei der Vorbereitung zur Arbeit habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht. Auf dem Halbjahreszeugniss stand schon die 3 und die nächste Arbeit war mangelhaft. Folge: Frust, Sprüche wie: es macht ja keinen Sinn zu lernen, die Hausaufgaben kann ich immer und dann… Tja, jetzt hoffe ich auf extrinsische Motivation und auf den Lehrerwechsel.

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  5. …ich würde es einfach laufen lassen. man muss nicht in allem gut sein. wenn sie das basisniveau gebacken bekommt und nicht völlig den anschluss verliert – eine vier schafft – ist doch alles okay. sind ihre talente halt anderswo oder schlummern momentan noch.

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  6. So, wie du Lucys Leistungen beschreibst, finde ich mich als Schülerin wieder. Lucy scheint aber anders als ich damals nicht darunter zu leiden. Da ich darunter litt, nicht so gut zu sein in Mathe, haben meine Eltern mir bis zum Abi Nachhilfe in Mathe finanziert (und in der Oberstufe stand ich dank eines sehr guten Mathelehrers auf 12 Punkten, die ich Abi auch halten konnte). Ich war meinen Eltern sehr dankbar, denn für mich war die Nachhilfe v.a. eine mentale Unterstützung. Wie wär’s, wenn du Lucy einfach fragst, ob sie Nachhilfe möchte oder nicht?
    Alles Gute!

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  7. Nachhilfe würde ja auch nur dann das beschriebene Problem lösen, wenn Lucy sie von einer berufserfahrenen Person erhalten würde, die eben vorhersehen kann, welche Aufgabentypen außerhalb von Hausaufgaben und Unterricht abgefragt werden könnten.
    Einer regelmäßigen Nachhilfe würde ich eher skeptisch gegenüber stehen. Doch ich habe schon häufig (mit den eigenen Kindern oder auch Nachbars- oder Freundeskindern) erlebt wie sehr ein oder zwei Stunden Konsultation vor einer anstehenden Arbeit helfen können, die nötige Sicherheit und Gelassenheit aufzubauen und auf eventuelle Klippen vorzubereiten. Ich will damit sagen, vielleicht findet sich ja im Bekannten- oder Freundeskreis eine Person, die für solche Fälle Ansprechpartner für Lucy oder auch für Sie sein kann.
    Ich selber stehe zum Beispiel regelmäßig vor Deutscharbeiten vor einem ähnlichen Problem und da hilft es mir schon, wenn ich eine befreundete Kollegin mal eben fragen kann, wo ich Schwerpunkte beim Üben mit dem Kind setzen sollte.

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  8. Meine persönliche Sicht auf Nachhilfe: Wenn der Nachhilfelehrer seine Herangehensweise nicht an die des Unterrichts anpasst, kann das für heillose Verwirrung beim Schüler sorgen. Es gibt auch Kollegen, die großen Wert auf einen bestimmten Rechenweg legen – wenn der Nachhilfelehrer einen anderen mit dem Kind einübt, ist das dann kontraproduktiv. Wenn Nachhilfe, dann durch jemanden, der die Vorstellungen des unterrichtenden Kollegen kennt (z. B. ein älterer Schüler) oder jemand, der bereit ist, sich anhand des Heftes/Buches einzuarbeiten.

    Es gibt auch Verlage, die sich auf Übungsbücher spezialisiert haben, teilweise werden die auch von Kollegen eingesetzt oder empfohlen. Da ich Euren Lehrplan und Lucys Klassenstufe nicht kenne, hat es allerdings keinen Sinn, dass hier per „Ferndiagnose“ irgendwelche Buchtipps abgebe.

    Für manche Bundesländer werden von verschiedenen Verlagen Lehrwerke angeboten; häufig unterrichten die Kollegen nach dem einen Buch und nehmen die Aufgaben für die Klassenarbeiten aus einem anderen (das evtl. anspruchsvoller ist). Entsprechende Infos bekommen Sie doch sicher im eigenen Lehrerzimmer? Vielleicht gibt’s in der Schule ja auch eine „Lehrwerkesammlung“, wo ältere Auflagen zu früheren Lehrplänen (evtl. noch mit Lösungsband) einstauben?
    Als Schüler (70er Jahre NRW – sowieso nicht vergleichbar) habe ich die Erklärungen aus dem „veralteten“ Lehrbuch vom Flohmarkt jedenfalls besser verstanden, als die im Unterricht.

    Für „extrinsische Motivation“ könnte z. B. das Mathe-Känguru sorgen
    http://www.mathe-kaenguru.de/chronik/aufgaben/index.html
    oder der „Mathe-Spaß“ http://www.mathe-spass.de/kinder.htm . Meinen (Real-)Schülern empfehle ich zum Üben folgende Seite: http://www.realmath.de/

    Vielleicht hilft ja das Eine oder Andere.

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  9. Liebe Frau Henner,

    gerne lese ich Ihr Blog.
    Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinem Kommentar nicht zu nahe trete.

    Beim Thema Lucy und Mathe habe ich mich schon öfter gefragt, ob es Ihnen nicht helfen könnte, wenn Sie sich mit dem Thema „Dyskalkulie“ beschäftigen. Ihre Tochter scheint ein sehr intelligentes Mädchen zu sein, dass bisher seine Schwierigkeiten mit Mathe gut kompensieren kann – und vielleicht, wenn auch unter Anstrengungen, weiterhin können wird. Die Erfahrung mit meinen eigenen Kindern bestätigt mir aber, dass Dyskalkulie als Teilleistungstörung unabhängig von Intelligenz, Interesse und Arbeitsbereitschaft und tatsächlich guten Noten bestehen kann. Natürlich weiß ich nicht, ob Ihre Tochter davon betroffen ist, aber bei Ihren Beschreibungen drängt sich dieser Verdacht zumindest auf. Vielleicht interessiert es Sie, auf den ausführlichen Webseiten vom „Mathematischen Institut zur Behandlung von Rechenschwäche“ oder den „Zentren zur Therapie der Rechenschwäche“ mehr Informationen zu erhalten. Über deren Foren und weiterführende Links finden Sie vielleicht auch kompetente Ansprechpartner in Ihrer Nähe.

    Vorallem sollten Sie sich über den Sinn und Unsinn von Nachhilfe einlesen, weil mit selbiger bei bestehender Rechenschwäche oft mehr Schaden angerichtet als Hilfe geboten wird. Denn wenn eine Rechenschwäche besteht – und auch diese kann in allen Schweregraden ihre Ausformung finden – sollte mathematischer Zusatzunterricht vorrangig den Sinn haben, zu unterstützen und Frust dem Fach Mathematik gegenüber abzubauen und nicht, gute Zensuren nach Hause zu bringen. Will heißen: Eine Vier oder Fünf ist gut, weil nicht versetzungsgefährdend.

    Vielleicht entschließen Sie sich aber auch, Lucy ganz in Ruhe zu lassen. Und Ihr Wissen um Dyskalkulie wird ein neuer Blickwinkel, der hilft, anders mit der Situation umzugehen.

    Viele Grüße und alles Gute

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  10. Aus Gründen (http://halbtagsblog.de/schule/mathematik-ist-wie-dieses-bild/) bin ich gegen Nachhilfe.
    Ich stimme obigen Schreibern auch zu, dass das Problem wohl in der Intransparenz des Mathematiklehrers zu liegen scheint. Evtl. liegt die Lösung darin, dass Lucy dem Kollegen erklärt, wo ihre Schwierigkeiten liegen und ihm sagt, sie wolle sich verbessern und bräuchte aber genauere Hilfestellungen. (Bei mir zumindest rennen Schüler mit solchen Formulierungen offene Türen ein). Wenn der Kollege natürlich.. hm.. blöd ist, dann ist er blöd. Dann hilft nur aushalten.

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  11. Wieso muss Nachhilfe immer etwas Schlechtes sein?
    Wenn das Kind das akzeptiert, entspannt das die Situation wesentlich.
    Ich habe in der 8. Klasse mit Französisch angefangen und habe bereits mit einer 4 begonnen. Man gibt sich ja Mühe, versucht, es zu verstehen, aber wenn die „Erkenntnis“ ausbleibt, dann will ich lieber Nachhilfe haben, als ständig Angst vor dem Fach zu haben, es zu hassen, ständig mit meinen Eltern zu streiten und die Klasse zu wiederholen.
    Natürlich war es am Anfang jetzt nicht so toll, Nachhilfe zu bekommen, aber das ist etwas ganz normales und nichts, wofür man schief angeschaut wird.
    Und mit der Zeit kam die progressive Verbesserung in dem Fach, gute Leistungen, bessere Leistungen, weniger Angst etc.
    Das Problem ist doch oft, dass Schüler erst auf die Klausuren/Schulaufgaben/Leistungsnachweise anfangen zu lernen, und es dazwischen eher schleifen lassen.
    Mit kontinuirlicher Nachhilfe hingegen wird dem vorgebeugt, und es wird eine Grundsicherheit in dem Fach kreiert. Und außerdem ist es vor dem Tests dann nicht immer so stressig, weil man schon gut/besser mitgelernt hat.
    So.. what?

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  12. Ich würde in Lucys Fall das Problem auch eher beim Mathelehrer sehen, der im Unterricht und in der Arbeit mit zweierlei Maß misst. Da Lucy ihre Hausaufgaben alleine erledigen kann, versteht sie den Stoff ja.
    Sollten nicht auch die Aufgaben in der Arbeit die drei Kompetenzniveaus abfragen? So, wie ich deinen Eintrag lese, scheint der Fokus sehr einseitig auf Transfer zu liegen, und Reproduktion und Reorganisation (war das der mittlere Bereich? Bin mir nicht mehr sicher) zu kurz zu kommen. Da hilft dann auch Nachhilfe weniger, weil es schwer ist, abzuschätzen, was für Aufgaben denn kommen können, wenn sie sich so sehr vom regulären Unterricht abheben.

    @Jan-Martin: Nachhilfe per se ist nicht schlecht, manche Schüler befassen sich so immerhin einmal die Woche mit Mathe. Und manche profitieren tatsächlich davon. Aber nur, wenn sie auch mit der richtigen Einstellung zur Nachhilfe kommen, wer nur dort ist, um Zeit abzusitzen, der wird sicher nicht besser.

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  13. Liebe Kommentatoren,

    mit großem Interesse habe ich die zum Teil sehr gegensätzlichen Beiträge gelesen – vielen Dank, alle eure Antworten helfen mir, das Problem weiter zu ordnen:
    Ich schätze, Lucy wird am Ende eine Drei schaffen – es geht mir überhaupt nicht um diese Note, eine Drei ist okay – nicht okay ist, dass Lucy die Basis nicht versteht. Das ist mein Problem. Und das kann sich in den Folgejahren dann verstärken, dem will ich frühzeitig Einhalt gebieten. In der Grundschule habe ich mich dummerweise „einlullen“ lassen von Aussagen wie: „Das lernen die Kinder irgendwann von ganz alleine.“
    Lucy hat zwar in mathematischen Zusammenhängen wahre Gedankenaussetzer, aber ich möchte das nicht pathologisieren, dann würde nämlich die halbe Klasse an Dyskalkulie leiden, denn Lucy befindet sich momentan noch über dem Klassenschnitt. Hier wird vielleicht ein prinzipielles Problem des Fachs Mathematiks deutlich.

    Gut finde ich die Idee einer partiellen „Nachhilfe“ – vielleicht in Form einer älteren Schülerin, die a) die Lehrer kennt, b) weiß, wo die Probleme liegen könnten und c) Lucy verstehen kann. Dann hat das Ganze keinen Nachhilfecharakter, eine nette Schülerin kann sich ein Taschengeld verdienen und Lucy gewinnt regelmäßig ein wenig Selbstvertrauen und wir können reletiv entspannt bleiben. Ich werde mich mal umhören.

    Und dann schauen wir mal, wie die nächste Einheit in Mathematik läuft.
    Vielen Dank auch für die vielen Links, ich werde mich mal in Ruhe durchklicken.

    viele Grüße von eurer Frau Henner

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          1. Habe mir das auf eurer Website in Ruhe angeschaut – das ist ein tolles Projekt, gerade weil die Schüler nicht allein mit der Nachhilfe gelassen werden, sondern „ausgebildet“ werden und sicher auch in der Projektleiterin eine Ansprechpartnerin haben. Ich werde dieses Projekt vormerken und bei uns an der Schule bei Gelegenheit vorschlagen.
            Vielen Dank!

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  14. Ich glaube hat weniger ein Problem im Rechnen und Wissen,
    sondern damit zu erkennen mit wlchem der gelernten Mittel ich im konkreten Fall weiterkommen. Das lässt sich am besten im Alltag üben.
    Reicht die Farbmege für das streichen der Wand.
    Wenn ich in die Badewanne steige und untertauche um wieviel cm steigt der Wasserspiegel ungefähr?
    Um wieviel steigt der Meeresspiegel wenn alle Menschen untertauchen?
    Wenn 5 Leute um einen Tisch sitzen un alle anstoßen. Wie häufig muß ich anstoßen? Wie häufig wird insgesammt angestoßen? Wie regele ich das Anstoßen so dass wir ohne Überkreuzen möglichst schell fertig sind? Jede Situation liefert tausende von mathematische Fragen mit unterschiedlichem Schwirikeitsgrad.

    Dabei ist es nicht wichtig ob das Thema gerade drann ist, es geht darum Lösungsmöglichkeiten zu erkennen und sich selbst neue Fragen zu stellen.

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  15. Liebe Frau Henner,
    Bin spät dran (… und vielleicht hat sich ja schon alles geklärt – falls nicht) hier trotzdem noch meine Empfehlung (als Sonderpädagogim und Mathe-Fachfrau): finde heraus, an welcher Stelle in den „Grundmauern“ Löcher sind (bei Mathe muss die Basis stimmen, „einzelne fehlende Steine“ rächen sich später) . Bei vielen pfiffigen Kindern, die in Lucys Alter „Schwierigkeiten“ in Mathe kriegen, wurde in der Grundschule zu wenig auf die grundlegenden Inhalte bzw Zusammenhänge Wert gelegt, sondern „einfach nur gerechnet“. Auch wird viel zu wenig handelnd und anschaulich gearbeitet. Dann fehlt das Wissen, wie die Dinge zusammen hängen und hindern die Übertragung. Also zurück zu den Basics und die „Missing links“ finden und genau an der Stelle ansetzen mit dem Üben. Meist hakt es an den Stellen, die wir schon längst abgehakt hatten! Aber die Anwendung eines Algorithmus ohne das grundlegende Verständnis worum es dabei überhaupt geht, hilft nicht beim „echten“ Mathe lernen. Der Lehrer setzt anscheinend Dinge voraus, die nicht ausreichend erarbeitet wurden und nur vordergründig verstanden sind.
    Viele Grüße von
    Frau Elle

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    1. Liebe Frau Elle, danke für den Hinweis, wir sind da schon dran. Lucy trifft sich ab und zu mit einer Oberstufenschülerin, die ihr sehr schülernah erklärt, worauf es momentan im Unterricht hinausläuft und ihr die Basics, die fehlen, nahelegt. Die Schülerin macht das so gut, dass Lucy sehr gerne hingeht und ansonsten ganz selbständig lernt. Wir sind sehr erleichtert. Aber schade, dass es über diesen Umweg laufen muss – nicht jedes Kind aus Lucys Klasse hat eine so nette, schlaue Oberstufenschülerin.

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