Von Pferden und Katzen und anderem Getier

Liebe Leser,

meist berichte ich bei meinen Sechsern über die Jungen, denn sie dominieren die Klasse eindeutig. Die Mädchen zicken ein bisschen, pubertieren ein bisschen und sind ansonsten eher ruhig und brav – willkommen im Klischee! Sie können schon die Augen kullern bei dem Satz: „Ich hab meine Hausaufgaben auf dem Schreibtisch liegengelassen, Frau Henner.“ Sie schreiben die besseren Aufsätze, handeln in der Regel durchdachter, spielen sich selten in den Vordergrund.

Aber mit einer Sache bringen sie mich auch langsam an meine Grenze. Mit Pferden und Katzen und vielleicht noch mit Hunden. Egal, was für ein Thema wir durchnehmen, sobald die Kinderleins etwas schreiben dürfen, dreht es sich bei den meisten Mädchen um ein Pferd, oder zwei oder drei. Oder eben um Katzen. Bei Fabeln ist das ja passend, aber bei griechischen Heldensagen? Gut, Europa und der Stier… aber bei meinen Mädels geht es immer um hübsche, starke, schlaue, redende Pferde. Vielleicht noch ein bisschen Silberglitter drumherum. Ich kann es nicht mehr hören.

Deshalb kam es heute zu folgender Szene:

Serafina: „Darf unser Superheld auch ein Tier sein?“

Frau Henner: „Nein!“

Entsetztes Schweigen. Die Mädchen suchen angestrengt nach Argumenten.

„Ist Batman nicht eine Fledermaus?“

Viele Grüße aus der Provinz von eurer Frau Henner

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9 Kommentare zu “Von Pferden und Katzen und anderem Getier”

  1. Du unTIER! 🙂 Wenn ich in der Sechsten die Mädchen alleine zur Intensivierung habe, malen sie mir auch immer ein Einhorn zur Begrüßung an die Tafel. Ich nehm’s sportlich und lass es sie immer auf Lateinisch deklinieren. Am besten immer mit einem unappetitlichen Partizip dazu: Ein kotzendes Einhorn, ein niesendes Einhorn, ein beniestes Einhorn, ein bekotztes Einhorn…

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  2. Wenn sie schaffen, einen Superhelden analog zu Batman zu machen, der Dinge macht wie ein Pferd, ohne eins zu sein – Respekt. („Horseman“ – er kann keine Wände hochlaufen, er kann sich nicht abseilen, er kann nicht fliegen – dafür läuft er superschnell und Pferdeäpfel säumen seinen Weg…nananananananana HORSEMAAAAAAN!“)

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  3. Ich habe dann auch Halbwesen zugelassen, aber sie mussten mehr menschlich sein als tierisch. Ein richtiges Pferd ist ja etwas sehr Würdevolles, aber ein redendes Pferd, das womöglich Sternenzauber heißt und Sätze sagt wie: „Hi, ich helfe dir, denn ich kann die Welt retten“, das finde ich einfach würdelos.
    Also wollte ich etwas mehr Mensch haben. Mal sehen, ob tatsächlich jemand mir Horseman bietet!
    Das mit dem Einhorn merke ich mir, das kann ich auch in Deutsch wunderbar gebrauchen. Bei mir malen die Mädels Katzen an die Tafel. Da kann ich sogar gleich eine Alliteration einbauen: die kotzende Katze!

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      1. „Hello“ rufen, dann geht das gar nicht, was? 😀

        Hachja, die lieben Kleinen. Ich würde ja einfach mal zur großen Pause mit meinem Wurstbrot dazustehen und beiläufig erwähnen, dass das Pferdesalami ist. 😈

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