Was mich glücklich macht…

Liebe Leser,

was mich momentan wirklich glücklich macht, sind die kleinen Dinge des Lebens, wie sollte es auch anders sein. Also fangen wir mal an:

1. Die letzte Korrektur!

Oh ja, es ist vollbracht, der letzte Klassensatz wurde mit Rotstift überzogen, diesmal tatsächlich rot, denn es war nötig, dem faulen Grundkurs seine Nichtleistung wirklich deutlich zu zeigen. Und so habe ich heute endlich die Noten eingeben können, mein Tablet hat mir ja alles schon schön ausgerechnet und ich kann mich mit dem Ding an den Noteneingabecomputer setzen und Pling! – der offizielle Teil ist fertig.

2. gibt es am Schuljahresschluss diese kleinen Momente, wenn zum Beispiel Darron sich ständig meldet. Aha, er kann es also, wenn er will, ich werde ihm aber noch nicht sagen, dass ich meine Noten schon gemacht habe, es ist so ein ungewohnt schöner Anblick, wenn dieser lethargische Junge aktiv mitmacht. Aber ich weiß ja, dass ich aus einer 3,5 eine Drei gemacht habe und mich nicht für die Vier entschieden habe. Oder wenn Ronja endlich ihre Hausaufgaben dabei hat. Oder wenn Bernhard sagt, er möchte mich nächstes Jahr wieder als Lehrerin. Meine kleinen Chaoten wissen schon, wie man mein Herz schmelzen kann.

3. Lucys Witze

Lucy erzählt gerne Witze, aber am besten ist sie, wenn sie meine Kollegen nachmacht. Sie hat echte Comedy-Qualitäten: den rechten Blick für die kleinen Eigenheiten und ein gewisses Nachahmungstalent. Dann steht sie in der Küche, dämpft ihre Stimme und macht Frau Dorn nach. Oder sie gibt ihren Fächern neue Namen. Musik heißt jetzt Gääähn! „Morgen haben wir wieder zwei Stunden Gäähn!“ Aber auch wenn sie Lebensweisheiten zum besten gibt, ist jedes gemeinsame Mittagessen gerettet.

Lucy heute: „Also Mama, den Anton, den könnte ich nicht heiraten. Dann würde ich nur kochen und der hockt die ganze Zeit vorm Computer. Ich überlege mir schon, ob wir uns dann überhaupt einen Computer zulegen. Das kostet Geld und die Zeit der Männer!“

4. macht das bewusste Einkaufen von hochwertigen Produkten auf dem Wochenmarkt tatsächlich glücklich. Ich vermisse kein Fleisch, bekomme die Eier aus unserem Dorf und habe mich langsam daran gewöhnt, dass frische Milch eben nicht bis nächste Woche haltbar ist. Es ist Sommer und der Gabentisch der Natur ist voll.

5. vergesse ich die Schule völlig, wenn in meinem großen Topf die dunklen Beeren vor sich hin blubbern und ich rühre und rühe und rühre und rühre und rühre, bis Marmelade daraus geworden ist. Es soll Menschen geben, die Yoga machen – ich koche Marmelade. Und die Regalreihen füllen sich mit Holunderblütengelee, Rhabarbermarmelade, Erdbeer und Johannisbeere, bald kommen die Kirschen und der verwilderte Pfirsichbaum an der Schule hat auch schon wieder schöne Früchte angesetzt. Dann stehe ich in der Vorratskammer und glotze gedankenleer und glücklich auf die stetig wachsende Reihe Marmeladengläser.

Das ließe sich noch fortsetzen, aber ich finde, fünf Glücklichmacher sind schon eine Menge. Ich hoffe, ihr alle habt auch so eure Momente, in denen ihr über die Widrigkeiten des Alltags hinwegsehen könnt. Und da nicht jeder eine Lucy zuhause hat; Marmeladekochen ist ganz einfach!

Viele Grüße aus der Provinz von eurer Frau Henner

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6 Kommentare zu „Was mich glücklich macht…“

  1. 🙂 Solche positiven Muntermacher sollte man viel öfter festhalten. Zu schnell passiert’s, dass man permanent über irgendetwas grummelt und die schönen Seiten total vergisst…

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