Raus aus der Routine – eine Bitte um Mithilfe!

Lieber Lehrerleser oder An-die-Schulzeit-Erinnerer,

Frau Henner hat eine Aufgabe, bei der ihr sie unterstützen könnt – das Internet muss ja auch zu etwas gut sein!

An unserer Schule gibt es wie wahrscheinlich überall Projekttage. Einmal raus aus dem Trott, Schule anders erleben… solche Gedanken stecken dahinter. Bei uns jedoch verlaufen die Projekttage so routiniert, dass sie für sich ein Trott geworden sind und wenig zu einer neuen Wahrnehmung der Schule beitragen. Wir haben halt drei Tage im Jahr, wo jeder Lehrer irgendetwas anbietet und die Schüler dann das machen müssen, wo sie einen Platz bekommen. Es gibt schöne, interessante Projekte und die immer wieder gleichen Projekte, die ein Kollege eben schon immer so macht. Und weil es so routiniert läuft und damit nicht viel Arbeit macht, wollen viele Kollegen daran auch ja nichts ändern.

Dabei könnte man so viel Spannendes, Neues machen, Schule wenigstens eine Woche lang anders denken…

Und jetzt seid ihr gefragt. Wenn die Projekttage an eurer Schule ein Erfolg sind und nicht so sang- und klanglos wie bei uns verlaufen, dann schreibt mir doch bitte, wie bei euch was funktioniert. Hier ein paar Leitfragen, die eher zur Anregung, als zur strikten Abarbeitung gedacht sind:

  • Welchen zeitlichen Rahmen habt ihr für Projekttage und wo im Schuljahr habt ihr sie verortet?
  • Welcher Leitgedanke steckt dahinter? Gibt es ein übergreifendes Motto/Thema?
  • Welche Vorgaben werden euch als Lehrer gemacht – was hat sich dabei als gut erwiesen?
  • Habt ihr eventuell ganz innovative Projekttage? (Wer mag, kann mir auch gerne einen Link zur Schulseite mitschicken, wenn sich dort gute Ideen finden.)
  • Wie werden die Ergebnisse bei euch präsentiert?
  • Was habt ihr selbst als Schüler als gewinnbringend erlebt?

Gerne auch weitere Tipps und Links und Anregungen und schon jetzt einmal vielen Dank euch allen!

Viele Grüße aus der Provinz von eurer Frau Henner

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14 Kommentare zu „Raus aus der Routine – eine Bitte um Mithilfe!“

  1. Hallo Frau Henner!

    Ich kann nur aus der Schülerperspektive berichten, und das ist auch schon ein paar Jährchen her…

    Eine sinnvolle Regel (aber vermutlich eher arbeitsaufwendig für die Organisatoren) war, dass keine größeren Grüppchen/Cliquen geschlossen in ein Projekt gehen durften. Dadurch (und mit einer guten Alterdurchmischung der Projekte) wurde erreicht, dass man auch mal Leute außerhalb der eigenen Klasse/Stufe kennenlernte.

    Von den Projekten her gab es eine breite Bandbreite, aber bei uns Schülern besonders beliebt war alles, was aus der Lernroutine des Gymnasiums ausbrach, Spaß machte und irgendwelche praktischen Aspekte einfließen ließ: Lateinisch/römisch kochen, ein Escher-ähnliches Bild/Objekt gestalten, Kostüme für die nächste Theateraufführung schneidern, die Tour für den Lehrer-Wandertag vorbereiten, eine Regal-Kombination für den SMV-Raum schreinern etc. Auch soziale Projekte kamen gut an (mit dem Kindergarten, Altenheim oder der Nachbarschaftshilfe).
    Jetzt könnte ich mir auch digitale Projekte vorstellen, z.B. einen Image-Film für die Schule drehen, schneiden und bearbeiten oder ein Gimmick für die Schulwebseite programmieren.

    Viele Grüße
    Urania

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    1. Wie haben die Organisatoren das bloß mit der Durchmischung hingekriegt. Also bei uns laufen, wenn die Projekte zum Eintragen aushängen, immer die Kinder in Cliquen umher und tragen sich dann alle gemeinsam wo ein…

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    2. Ich kann mich nicht mehr an Details erinnern, aber es gab Wahlzettel mit 3 (oder 5?) Zeilen, in die man die Favoriten eintragen konnte.
      Und dann ging wohl auf Lehrerseite die Arbeit los, passende Gruppen zusammenzustellen. Und da die Regeln klar kommuniziert wurden, konnte man auch nicht einfach als Clique alle dieselben drei Wünsche angeben… Dann wurde zur Strafe zwangsverteilt – und das war bekannt.
      Aber auch so gab es einige Schüler, die nicht in ihre Wunschprojekte reinkamen. Aber es gab immer genug von den „Faulen“, die als Favoriten die Projekte der weniger motivierten Lehrer angaben, weil sie einfach nur ihre Zeit absitzen wollten.

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  2. An meiner ehemaligen Schule gibt es keine Projekttage.
    Projekte sind in den Unterrichtsalltag eingebunden, über das ganze Schuljahr verteilt, je nach Klasse verschieden. Auch schließen sich mal 2 oder 3 Klassen zu einem übergreifenden Projekt zusammen.
    An der Schule gibt es ein ausformuliertes, verbindliches Leitbild. Dieses hat die Überschrift: „Wir fördern Schüler“.
    Und alle Aktivitäten der Schule orientieren sich daren. Sie müssen zum Leitbild passen. Wenn nicht, werden sie weggelassen oder nicht durchgeführt.
    Das ist aber das Resultat einer dreizehnjährigen geplanten Schulentwicklung, die jetzt in eine neue Runde geht: Flüchtlingskinder.
    Wie muss sich das Leitbild verändern, wenn überhaupt?

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  3. An unserer Schule gibt es alle zwei Jahre zwei Projekttage im Jahr. Die liegen ganz hinten im Schuljahr, in der vorletzten vollen Schulwoche, um keine/kaum Unterrichtszeit zu verlieren.
    Jedes Projektjahr hat ein Leitthema – Es gibt dabei immer zwei zur Auswahl, jede Klasse der Schule hat eine Stimme, es wird schon im Frühjahr darüber abgestimmt- die Mehrheit gewinnt. Leitthemen waren zB. „Kontraste“, „Gegen den Strom“, „Visionen“ oder ähnliches.
    An unserer Schule können nicht nur Lehrer, sondern auch Schüler Projektideen in einen Topf in der Aula werfen. Die Projekte müssen aber thematisch ans Leitmotiv anknüpfen. Schülerprojekte, die für umsetzbar gehalten werden, werden von Lehrern begleitet. Die meisten haben eine Alterskennzeichnung, zB. Klasse 5-7 oder 7-10, um Differenzen vorzubeugen.
    Zeit, Ort, Umfang und Präsentationsmedium hängen vom Projekt ab. Einige sind in der Schule, andere in Städten unterwegs, manche machen auch wirklich einen zwei-Tages-Ausflug irgendwo hin, zB. in die Alpen oder so.
    Eine Woche später gibt es immer das große Sommerfest. Dort hängen in der ganzen Aula die riesigen Plakate, mit Fotos, Unterschriften, Konzepten etc.
    Wurde etwas gebaut wird es ausgestellt, hergestellte Dinge werden verkauft, wurde etwas einstudiert, wird es in einem Programm auf der Bühne/in der Aula/draußen vorgeführt, zB. kleine Theaterstücke etc.
    Natürlich hängt es immer sehr von der Motivation der Schüler und des Lehrers ab, einige Projekte sind natürlich auch spannender als andere.
    Aber hier sind Projektetage immer eine riesen Sache, die Spaß machen!

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  4. Die einzigen innovativen Projekttage, die ich je erlebt habe, fanden an der Grundschule meines Sohnes statt: ein Zirkus bereitete alle Kinder auf eine Zirkusvorstellung vor. So wie ich es mitbekommen habe, konnten die Zirkusmitarbeiter gut mit Kindern umgehen und die beiden Vorstellungen waren ein voller Erfolg: Zauberkunststücke, zersägte Grundschülerin, Tierdressur (Hunde, Tauben), diverse Artistik, alles von den Kindern selbständig gezeigt…die Kinder fanden es toll, Eltern und Großeltern waren auch begeistert. Finanziert wurde das soweit ich weiß zum Teil aus den Klassenkassen, zum Teil über die Gemeinde. Allerdings hatte die gesamte Schule nur etwa 90 Schüler, die auf zwei Vorstellungen verteilt wurden. Vermutlich ist das dann an größeren Schulen in der Form nicht möglich.
    Die anderen Projekttage waren jeweils…nun ja, routiniert eben! 😉

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  5. Wir hatten früher eine komplette Woche als Projektwoche. Da haben sowohl Lehrer als auch Schüler Projekte anbieten können. Zwei Mitschülerinnen, die gut mit Fimo umgehen konnten, haben z.B. einen Kurs geleitet. Zwei andere (muslimische Mädchen) haben einen Kurs zum Thema Islam angeboten, andere hatten Jonglieren, Thai Chi oder Graffiti sprayen. Das war wirklich toll. Die Lehrer haben meist Projekte angeboten, die mit ihrem Fach oder ihren persönlichen Interessen zu tun hatten. Am letzten Tag gab es dann Ausstellungen, damit man sehen konnte, was die anderen gemacht haben.

    Meine eigenen Kinder hatten in der Primarschule eine Zirkus-Woche, die wurde von Profis geleitet und am Ende gab es eine Aufführung. Auch toll, aber halt nur für Kleine.

    Meine beste Freundin ist Mathlehrerin (7.-9. Klasse), und die hatten neulich Projekttage mit dem Motto „Krieg“. Jeder Lehrer sollte ein Projekt anbieten, dass zum Motto passt und Bezug zu seinem Fach hat.
    Das wäre vlt eine Idee, um alteingefahrene Strukturen bei euch aufzubrechen.

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  6. Der Eintrag ist zwar nicht mehr ganz neu, aber ich finde das Projektwochen-System an unserer Schule einfach genial. Aus Schülersicht.
    Es ist jeweils entweder die volle letzte Woche vor den Sommerferien oder von Mittwoch – Dienstag, wenn es an einem Mittwoch Zeugnisse gibt. Das ist ganz Praktisch, weil am Ende des Schuljahres wenn die Noten feststehen ja eh nur noch Filme geschaut und gefrühstückt wird… In der Anfangsphase (März-April) geht ein Aufruf über Zettel und das Schwarze Brett and Schüler, Eltern und Lehrer, dass die Möglichkeit besteht ein Projekt selbst anzubieten. Schüler können diese Projekte allein oder mit bis zu drei Mitschülern anbieten, hier muss jedoch immer eine betreuende Aufsichtsprson/Lehrkraft mit dabei sein, welche die Aufsichtspflicht erfüllt und zudem darauf achtet, dass in der Woche auch wirklich mindestens 4 Stunden am Tag etwas gemacht wird. Die engagierten Schüler haben so auch am Ende des Schuljahres wenn alle Klausuren schon geschrieben noch einmal etwas zu tun und zu planen, was mir persönlich immer wirklich viel Spaß macht. Hier funktioniert das so, dass die Schüler, die diese Projektidee haben, einfach auf einen passenden Lehrer ihrer Wahl zugehen und fragen ob er/sie bereit wäre das Projekt zu betreuen. Manche Lehrer unterstützen noch stark bei Planung und Durchführung, andere sind eher froh, wenn zwei Oberstufenschüler das Projekt leiten und sie selbst sich um den Stress mit den Zeugnisnoten und Versetzungen kümmern können. Lehrer und Eltern können auch allein Projekte anbieten, dass passiert aber eher verstärkt, wenn nicht genug Projekte von Schülern angeboten werden.

    Man muss dann eine Art Formular ausfüllen, bei der man angibt, wer mit welcher Aufsichtsperson das Projekt anbietet, um welche Art von Projekt es sich handelt, welchen Titel das Projekt trägt Titel, ob besondere Räume (Sporthalle etc.) Benötigt werden, für welche Klassenstufen das Projekt wählbar sein soll, wie viele Personen das Projekt maximal belegen dürfen und schon einen groben Zeitplan vorlegt.

    Als nächstes werden ca. 1 1/2 Monate vor der Projektwoche Computergestützte Wahlen durchgeführt. Jeder Schüler/ jede Schülerin gibt 5 Wunschprojekte an, und ebenso 3 Projekte in welche er/sie gar nicht möchte. Es kann nicht garanitert werden, dass jeder eins seiner Wunschprojekte bekomm, jedoch wird garantiert, dass man nicht ein ein Projekt kommt, welches man als Nicht-wunsch angegeben hat.

    Vom Verlauf des zuordnens habe ich nicht so viel Ahnung, weil ich wie gesagt nur Schülerin bin. Auf jeden Fall hängen 2 Wochen später dann die Listen aus, in welchem Projekt man ist, bzw. Wer in dem Projekt ist, welches man anbietet. Getauscht werden kann nur mit Tauschpartner.

    Es gibt auch noch ein Vortreffen (ca. zwei Wochen vor Beginn), bei denen sich die Schülern in den Prjekten schon einmal treffen und erklärt wird, was in dem Projekt während der Woche gemacht wird und welche Sachen sie eventuell mitbringen müssen (Sportsachen, Schere, Kleber… etc). Es kann auch ein Teilnehmerbetrag von bis zu 20€ für Material o.Ä. genommen werden, wodurch man wirklich viele Möglichkeiten mehr zur Durchführung hat.

    In der ProWo gibt es dann bei uns verschiedenste Projekte aus den Bereichen: vers. Sportarten, Kochen, Backen, Basteln, Handarbeiten, Schule verschönern, Koopeationen mit Geschäften aus der Stadt, Ernährung, Naturwissenschaften, Literatur, u.v.m. Es ist also durchaus möglich, dass zwei Schülerinnen aus dem 6. Jahrgang ein Projekt anbieten, bei dem man lernt, wie man Waveboard fährt (Ich selbst, vor 5 Jahren:D) und in dem Projekt befinden sich 20 weitere Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 5-12. Das ganze kann auch ohne Probleme außerhalb des Schulgeländes stattfinden, hierfür muss nur ein kurzer Antrag geschrieben werden. In den letzten beiden Jahren habe ich mit Freunden ein Projekt angeboten, bei dem wir viel gebacken haben, die Waren dann auf dem Wochenmarkt verkauft und das Geld gespendet haben, hier waren Schüler der Klassen 7-10 beteiligt. Es gibt auch Projekte, in denen man etwas über Nahrungsmittel lernt, Songs covert oder selbst schreibt, Stricken lernt oder chemische Prozesse im Alltag untersucht. Für jedes Interessengebiet ist etwas dabei.

    Der letzte Tag der Projektwoche dient als Vorstellungstag. Alle Projekte bekommen einen Platz im Hauptgebäude zugewiesen, auf dem sie dann ausstellen und erklären können, was sie gemacht haben. Wie genau das das einzelne Projekt macht, kann es selbst entscheiden. Wir bekommen dann Zeit um durch das Gebäude zu laufen und uns drüber zu Informieren, was in den Projekten gemacht wurde und um Inspirationes für das nächste Jahr zu sammeln.

    So. Das war jetzt sehr viel und vielleicht auch sehr kompliziert erklärt, aber für mich ist die Projektwoche immer das Highlight des Schuljahres und ich kann mir kein besseres System vorstellen, eine jahrgangübergreifende, leerlauffüllende und für jeden Schüler interessante Projektwoche durchzuführen. Vielen Dank an meine Schule, dass sie mir so etwas ermöglicht 🙂

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